Mit Fachwissen andere aufs Bike bringen

Angela Gisler wollte beim Biken mehr als nur «eifach fahrä». Im Interview erzählt sie, warum sie die Ausbildung zum Swiss Cycling Guide begann, was sie im Guide Modul und im TMD1 lernte und weshalb sie heute vor allem Frauen beim Einstieg aufs Bike begleiten möchte.

Wieso hast du dich entschieden, die Ausbildung zum Swiss Cycling Guide zu starten?

Als ich mit dem Biken anfing, war ich meist als einzige Frau mit den Männern unterwegs. Für mich war es immer wichtig, dass man mir erklärt, wie ich technische Stellen sicher fahren kann. Oftmals kam dann die Antwort: «Eifach fahrä, nid z viel studierä.» Für mich war es aber oft nicht ganz so einfach wie für die Männer. Zum Glück gab es aber jemanden aus unserer Gruppe, welche die Fähigkeit hatte, mein Können perfekt einzuschätzen und mir zeigen konnte, wie ich das Ganze angehen muss. Von ihm durfte ich unglaublich viel lernen und meine Technik stetig verbessern. Es kam mir dann immer mehr der Wunsch, mein erhaltenes Wissen auch weitergeben zu können, vor allem an Frauen. Bei meinem Bike-Start fehlte mir vor allem am Anfang oft jemand, der meine Angst und Unsicherheit vor schwierigen Stellen verstand.

Somit kam der Entscheid, die Ausbildung als Guide zu starten. Zum einen konnte ich bei der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung meine eigene Technik nochmals sehr verbessern, zum anderen kam ich dem Ziel, anderen bei ihrem Bike-Start zu unterstützen, näher. Ein weiterer Gedanke beim Entscheid der Anmeldung war, dass ich meinen Beruf, Primarlehrerin, mit meinem Hobby verbinden kann. Jemandem etwas beibringen finde ich etwas unglaublich Schönes und wenn ich es noch in der Natur mit meinem Hobby verbinden kann, ist das umso schöner.

Was hast du Neues im Guide Modul und TMD1 gelernt?

Im Guide Modul habe sehr spannende und wichtige Inputs gelernt, welche mir helfen, eine Tour zu planen, vorzubereiten und durchzuführen. Das Modul ist sehr praxisnah aufgebaut und ich konnte sehr vieles direkt in der Praxis umsetzen. Zuvor hatte ich kaum Kontakt mit Tourenplanung. Daher war dieses Modul für mich ziemliches Neuland. Ich wurde aber Schritt für Schritt eingeführt und konnte unglaublich viel mitnehmen. Eines der wichtigsten Punkte, welche ich gelernt habe ist, dass Rekognoszieren und eine gute Planung schon fast die ganze Miete ist. Am Tag X braucht es dann höchstens noch flexible und spontane Reaktionen bei unvorhersehbaren Ereignissen.

Beim TMD1 habe ich vor allem die spielerischen Inputs mitnehmen können. Dadurch, dass ich als Primarlehrerin arbeite, war der Teil mit der Lektionenplanung für mich nichts mehr Neues. Ich konnte mich daher mehr darauf fokussieren, welche spielerischen Aspekte ich in meine Lektion verpacken kann. Auch bei diesem Modul war der Praxisteil sehr gross, was ich extrem schätzte. Wir konnten viele Lektionen planen und durchführen, sowie gegenseitiges Feedback geben. Dabei konnte man das Repertoire an Übungen stetig füllen und dabei sogar die eigene Technik verbessern.

Wieso hast du dich dazu entschieden, das Basic Level abzuschliessen?

Ich habe mich ohne grosse Pläne für die Guide Ausbildung angemeldet mit alleinigem Ziel, mehr Wissen über die Technik zu erhalten, um eigene Kurse, vor allem für Frauen, anbieten zu können. Daher war für mich klar, dass ich das Basic Level abschliessen möchte. Aktuell führe ich Kurse im Anfängerniveau durch. Da ich momentan noch 100% als Lehrperson arbeite und mein Kursangebot nicht riesig ist, reicht das Basic Level für mich. Ob ich mich jemals dazu entscheide, eine Stufe höher zu steigen in der Swiss Cycling Ausbildung, lasse ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Hast du auch Lust, eine Leidenschaft zum Beruf zu machen? Erfahre mehr zur Ausbildung.